Ein Grenzstein und das Swarte Meer

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Der Grenzstein zwischen Zwartemeer und Hebelermeer wurde nach dem Grenztraktat von Meppen 1824 aufgestellt. Das H steht für das Königreich Hannover. Foto: EHB


Ein Grenzstein und das verschwundene Swarte Meer

[NOZ - Neue Osnabrücker Zeitung]

Geschichtsfreunde tagen. Die Tagung findet an einem markanten Punkt der historischen Grenze zwischen dem Emsland und den Niederlanden statt: in Zwartemeer (Gemeinde Emmen/NL).

Emmen/Meppen. 186 Jahre alt ist der Grenztraktat von Meppen. Doch der von zwei Königen der Niederlande und Hannover im Sommer 1824 unterzeichnete Vertrag ist auch heute noch von Bedeutung. Einzelfragen des Traktats erläutert Christof Haverkamp auf einer gemeinsamen Tagung von niederländischen und deutschen Geschichtsfreunden am Samstag, 16. Oktober.

Die Tagung findet an einem markanten Punkt der historischen Grenze zwischen dem Emsland und den Niederlanden statt: in Zwartemeer (Gemeinde Emmen/NL). Der Name der Siedlung ist abgeleitet von dem großen Gewässer „Swarte Meer“. Östlich davon lag das „Hebeler Meer“. Die ab 1764 gezogene und dann mit dem Traktat von Meppen 1824 bestätigte Grenze verlief zwischen den beiden Moorgewässern, die heute verschwunden sind.

Weitere Referate des ganztägigen Symposiums befassen sich mit der besonderen Geschichte des „Bargerveen“ und mit der Besiedlungsgeschichte von Zwartemeer. Die Themen haben diesseits der Grenze Bedeutung: Bargerveen ist heute ein bekanntes 2200 Hektar großes Moor-Naturschutzgebiet. Die Entwicklung von Zwartemeer ab 1870 ist nicht zu trennen von Kanalbau und Torfgewinnung, die auch auf die deutsche Seite des Bourtanger Moores übergreifen.

Aus emsländischer Sicht stellt Horst H. Bechtluft das vor 350 Jahren verschwundene und erst jetzt auf einer alten Landkarte wiederentdeckte zweihundert Hektar große „Heseper Meer“ vor. – Die Tagung im Dorpshuis in Zwartemeer beginnt um 9.45 Uhr und ist zweisprachig; die Kosten (inklusive Mittagessen) betragen 15 Euro.

Anmeldungen nehmen der Emsländische Heimatbund (Tel. 05952/93230) und die Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte (Tel. 05961/4092) entgegen.

[10 oktober 2010]
Ingezonden door: Eberhard Gutberlett